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Erstmals Darmverschluss bei Tumorpatienten am Lukas-Krankenhaus Bünde endoskopisch behandelt
Spezialstent verbindet Dünn- und Dickdarm und ermöglicht neue Behandlungsmöglichkeit, wenn eine Operation nicht mehr möglich ist
Ein besonderer medizinischer Erfolg ist am Lukas-Krankenhaus Bünde der Kreiskliniken Herford-Bünde (KKHB) gelungen: Erstmals konnte dort ein durch eine fortgeschrittene Tumorerkrankung verursachter, nicht mehr operabler Darmverschluss erfolgreich mit einer endoskopischen Methode behandelt werden. Dabei wurde ein spezieller Metallstent zwischen Dünn- und Dickdarm eingesetzt, um die blockierte Darmstelle zu umgehen.
Durchgeführt wurde der anspruchsvolle Eingriff unter der Leitung von Dr. med. Annette Timmer-Stranghöner, Chefärztin der Klinik für Innere Medizin, Gastroenterologie und Palliativmedizin am Lukas-Krankenhaus Bünde, gemeinsam mit ihrem Team.
Bei fortgeschrittenen Tumorerkrankungen kann es zu einem Darmverschluss kommen, wenn sich Tumorgewebe beispielsweise im Bauchraum oder am Bauchfell ausbreitet und den Darm verengt oder vollständig verschließt. Eine solche Situation ist für die Betroffenen äußerst belastend und kann ohne Behandlung lebensbedrohlich werden. Häufig ist dann eine Operation erforderlich. Ist die Tumorerkrankung jedoch bereits weit fortgeschritten, kann ein chirurgischer Eingriff zu riskant oder nicht mehr erfolgversprechend sein.
Für solche Situationen bietet die moderne interventionelle Endoskopie eine alternative Behandlungsmöglichkeit. Dabei wird zunächst mithilfe der Endosonographie vom Dickdarm aus eine erweiterte und mit Flüssigkeit gefüllte Dünndarmschlinge identifiziert. Unter Ultraschallkontrolle wird diese punktiert und ein spezieller Metallstent eingebracht. Der sogenannte Lumen-Apposing-Metal-Stent schafft eine direkte Verbindung zwischen Dünn- und Dickdarm.
Der aufgestaute Darminhalt kann dadurch die tumorbedingte Engstelle umgehen und wieder in den Dickdarm abfließen. Bereits unmittelbar nach dem Eingriff konnte sich der zuvor aufgestaute Dünndarm entleeren – der Darmverschluss war damit erfolgreich behandelt.
„Wir freuen uns sehr, dass wir dieses Verfahren nun auch bei uns erfolgreich einsetzen konnten. Gerade für Patienten, bei denen eine Operation aufgrund der fortgeschrittenen Tumorerkrankung nicht mehr möglich oder sinnvoll ist, kann diese Methode eine wichtige Option sein“, erklärt Dr. Timmer-Stranghöner.
Das Verfahren kommt insbesondere in der palliativen Medizin zum Einsatz. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Heilung der fortgeschrittenen Tumorerkrankung, sondern die Linderung belastender Beschwerden und der Erhalt beziehungsweise die Verbesserung der Lebensqualität. Durch den minimalinvasiven Eingriff kann in geeigneten Fällen eine operative Behandlung vermieden werden.
Mit der erfolgreichen Premiere erweitert das Lukas-Krankenhaus Bünde sein Spektrum moderner endoskopischer Behandlungsmöglichkeiten. Der Eingriff zeigt, welche therapeutischen Möglichkeiten die interventionelle Endoskopie auch bei komplexen Situationen eröffnet, in denen etablierte operative Verfahren an ihre Grenzen stoßen.
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