Infotag im Brustzentrum der KKHB
„Die Diagnose war für mich ein KO-Schlag.“ Mit diesen eindringlichen Worten beschreibt Ernst Sprick den Moment, der sein Leben vor vier Jahren veränderte: Brustkrebs – eine Erkrankung, die viele noch immer ausschließlich mit Frauen verbinden.
Heute gilt der 88-Jährige nach erfolgreicher Therapie als geheilt. Seine Botschaft ist klar: „Ich möchte anderen Männern Mut machen. Die meisten schämen sich oder denken, sie bekommen das nicht, und gehen dann zu spät zum Arzt.“
Sein Porträt war Teil der Fotoausstellung „Gib dem Krebs ein Gesicht“, die beim Brustzentrum Infotag der Kreiskliniken Herford-Bünde am vergangenen Samstag viele Besucherinnen und Besucher bewegte. Gleichzeitig zeigte der Infotag vor allem eines: wie breit das Thema Brustgesundheit aufgestellt ist – und wie wichtig ein ganzheitlicher Blick auf Information, Therapie und Lebensqualität bleibt.
Von 10:00 bis 16:00 Uhr erwartete die Gäste im Klinikum Herford ein vielfältiges und modernes Programm. In gut besuchten Fachvorträgen vermittelten Expertinnen und Experten aktuelles Wissen verständlich und praxisnah. Themen wie Psychoonkologie machten deutlich, wie wichtig die seelische Begleitung während einer Krebserkrankung ist. Der Vortrag zur Bewegung bei und nach Krebs zeigte, welchen positiven Einfluss körperliche Aktivität auf den Heilungsprozess haben kann. Große Aufmerksamkeit erhielt auch der Beitrag zu neuen Erkenntnissen beim hormonabhängigen Brustkrebs, der aktuelle Entwicklungen in Diagnostik und Therapie aufgriff.
Neben der Wissensvermittlung setzte der Infotag bewusst auf aktive Beteiligung. Angebote wie Lachyoga, Schnupperkurse zur Entspannung mit Klangschalen oder Gesichtsmassagen luden dazu ein, selbst auszuprobieren und neue Wege im Umgang mit Belastung und Stress kennenzulernen. Die Modenschau am Nachmittag setzte zudem ein sichtbares Zeichen für Lebensfreude, Selbstbewusstsein und den positiven Umgang mit Veränderungen.
Großen Andrang verzeichneten die zahlreichen Informationsstände in der Eingangshalle und auf der Station 7B. Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, sich individuell beraten zu lassen. Auch Themen wie Prävention, Nachsorge sowie die Rekonstruktion des Mamillen-Areola-Komplexes und Möglichkeiten der Pigmentierung wurden anschaulich vorgestellt. Ergänzt wurde das Angebot durch regionale Initiativen, Sanitätshäuser und unterstützende Organisationen.
„Unser Ziel ist es, medizinisches Wissen verständlich zu vermitteln und gleichzeitig Raum für persönliche Gespräche zu schaffen“, erklärt die Chefärztin der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Dr. Dominique Moise. „Der große Zuspruch zeigt, wie wichtig solche niedrigschwelligen Angebote sind.“
Dorothé Düpont, Sektionsleiterin des Brustzentrums, ergänzt: „Wir möchten Menschen ermutigen, sich frühzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen und Warnsignale ernst zu nehmen. Gleichzeitig geht es uns darum zu zeigen, dass es viele unterstützende Angebote gibt – medizinisch, aber auch darüber hinaus.“
Auch Familien waren ausdrücklich angesprochen: Ein betreutes Bastel- und Spielangebot für Kinder sorgte dafür, dass Eltern die Programmpunkte in Ruhe wahrnehmen konnten.
Der Brustzentrum Infotag 2026 machte deutlich, wie wertvoll die Verbindung aus fundierter Information, persönlichem Austausch und praktischen Angeboten ist. Und nicht zuletzt, wie wichtig es ist, mit Vorurteilen zu brechen – so wie Ernst Sprick, der mit seiner Geschichte einen besonderen Akzent setzte. Ein herzliches Dankeschön an alle Aussteller, Referenten und an alle, die diesen Tag mitgestaltet haben.
Aktuelle Termine
Gesprächskreis für Angehörige von Menschen mit Demenz
Für alle Angehörigen und Interessierte, die bereits Grundkenntnisse zum Thema Demenz besitzen (z. B. durch einen Kurs),
Infoabend für werdende Eltern
Jeden zweiten und vierten Montag im Monat können sich werdende Eltern rund um die Geburt im Klinikum Herford informieren.
Initialpflegekurse
In unseren Initialpflegekursen möchten wir Sie befähigen, Pflegetechniken zu erlernen und selbst durchzuführen.